Geschichte Viernheims

Viernheim hat sich aus einem karolingischen Königshof entwickelt. Im Jahr 777 war die erste urkundliche Erwähnung "Viernheims" im Lorscher Codex, dem Urkundenbuch des Klosters Lorsch. Durch Schenkungen gelangte es 1165 dann in den Besitz des Klosters Lorsch. Die Besitzungen des Klosters wurden 1232 an die Erzbischöfe von Mainz übergeben, Viernheim jedoch gelangte erst 1308 in Mainzer Besitz. 1439 erfolgte dann eine Verpfändung an die Abtei Schönau, die es 1533 wiederum an die Kurpfalz verkaufte.

Nach dem dreißigjährigen Krieg kam man 1650 wieder an Kurmainz und ging im Rahmen des Reichsde- putationshauptschlusses 1803 an das Großherzog- tum Hessen über, aus dem 1918 der Volksstaat Hessen wurde. Dort wurde man zunächst der Amtsvogtei Lorsch zugeordnet. Als 1821 Landrats- bezirke geschaffen wurden, wurde Viernheim Heppenheim zugeordnet. Von 1832 bis 1839 erfolgte ein Intermezzo unter Bensheimer Zugehörigkeit. Ab 1848 gehörte man dann zum Landkreis Heppenheim, der 1938 mit Bensheim zum heutigen Kreis Bergstraße zusammengelegt wurde. 1948 wurden der Gemeinde durch das neu gegründete Land Hessen die Stadtrechte verliehen.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war Viernheim ein Bauerndorf. Missernten und Hungersnöte im Jahr 1852 ließen in diesem Jahr 458 Menschen nach Nordamerika auswandern. Mit der Industrialisierung und der Eröffnung der Oberrheinischen Eisenbahn 1887 wandelte sich der Ort dann zu einer Arbeiter- wohngemeinde, da viele Einwohner Arbeit in den Fabriken der Nachbarstädte Mannheim und Weinheim fanden. Jedoch blieben viele Arbeiter weiterhin nebenerwerblich Bauern.

Die Ansiedelung von Industrie in Viernheim selbst begann mit der Eröffnung der Bahnstrecke Weinheim-Worms 1905, verstärkte sich jedoch nach dem Zweiten Weltkrieg weiter, wodurch die Bevölkerungs- zahl stark anwuchs. Auch durch die gute Verkehrs- lage an drei Autobahnen entwickelte man sich so zu einer mittleren Industriestadt. 1994 erfolgte die Ernennung zur Brundtlandstadt, der Teilnahme an einem Modellprojekt zur Energieeinsparung.

Wappen

Das Wappen wurde 1926 eingeführt.

Im oberen Feld ist der hessische Löwe zu sehen, der die Zugehörigkeit zum Land Hessen ausdrückt.

Im linken unteren Feld ist das Mainzer Rad zu sehen, das für die lange Zugehörigkeit zu Kurmainz steht.

Im rechten unteren Feld ist eine gotische Vier zu sehen - das alte Viernheimer Ortszeichen -, die als so genanntes "redendes Bild" auf den ersten Teil des Ortsnamens Viernheim anspielt, obwohl sich der Ortsname nicht von der Zahl "Vier", sondern möglicherweise vom althochdeutschen firni, "alt, aus der Vorzeit", oder dem keltischen vernos, "Erle", herleitet.
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